Glamping als Wachstumshebel: Neue Zielgruppen und Zusatzumsätze für Campingplätze

By Myron Kirchhoff (NAWALO GmbH) Published on 06/07/2026

Glamping als Wachstumshebel: Wie Campingplätze neue Zielgruppen und Zusatzumsätze erschließen


Kurzfassung

Der Glamping-Markt wächst jährlich zwischen 15 und 25 Prozent – deutlich schneller als das klassische Camping-Segment. Mit Schäferwagen, Lodges und Tiny Houses erschließen Sie vier neue Zielgruppen, die mit Stellplätzen kaum erreichbar sind: Komfort-orientierte Best-Ager, junge Familien ohne Camping-Erfahrung, Workation-Gäste und internationale Premium-Reisende. Übernachtungspreise von 90 bis 280 Euro plus 30 bis 50 Prozent höhere Nebenausgaben pro Gast machen Glamping zum Hebel für mehr Umsatz – besonders, wenn die richtigen Zusatzangebote dazu kommen.


1. Warum gerade jetzt? Die Marktdaten 2026

Während der klassische Stellplatz-Markt jährlich um 3 bis 5 Prozent wächst, legen Glamping-Unterkünfte je nach Quelle zwischen 15 und 25 Prozent pro Jahr zu. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt mit 3,8 Nächten höher als bei Stellplätzen (2,9 Nächte), und Glamping-Gäste geben rund 60 Prozent mehr für Nebenausgaben aus – Restaurant, Aktivitäten, Wellness.

Für Campingplatz-Betreiber bedeutet das eine strategische Chance: Wer heute investiert, sichert sich in einem wachsenden Markt eine differenzierende Position und reduziert die Abhängigkeit vom margenarmen Stellplatz-Geschäft.


2. Vier neue Zielgruppen, die Glamping erschließt

Glamping spricht systematisch vier Zielgruppen an, die mit klassischen Stellplätzen kaum erreichbar sind.


Besonders die Workation-Gäste und internationale Reisende sind interessant für die Saisonverlängerung: Sie buchen häufig in den Schultern (März bis Mai, September bis November) und stabilisieren damit die Auslastung in Monaten, in denen klassische Stellplätze leer stehen.


3. Welche Unterkunftstypen funktionieren?

Drei Unterkunftskategorien haben sich auf deutschen Campingplätzen besonders bewährt. Hersteller wie NAWALO bieten alle drei Typen aus FSC-zertifiziertem nordischem Holz an – speziell konstruiert für täglichen Mieterwechsel und gewerbliche Nutzung über 20+ Jahre.

Für die meisten Plätze ist eine Mischung aus zwei oder drei Typen wirtschaftlich am besten: Schäferwagen für Paare, Lodges für Familien und Tiny Houses für die gewerbliche Vermietung als Premium-Option. So bedienen Sie unterschiedliche Wochentage und Saisonzeiten parallel und halten die Auslastung konstant.


4. Zusatzangebote, die wirklich gebucht werden

Glamping-Gäste sind in der Regel bereit, für gut gemachte Zusatzangebote zu bezahlen – aber nicht jedes Angebot funktioniert.

  • Frühstückskorb am Morgen: Wird von 40 bis 60 Prozent der Gäste gebucht, Preis 15 bis 25 Euro pro Person. Regional, in einem schönen Korb (nicht Plastiktüte) und zwischen 8 und 9 Uhr geliefert.
  • Mobile Sauna oder Sauna-Faß: Buchbar als 1-Stunden-Slot für 30 bis 60 Euro. Investition 8.000 bis 15.000 Euro, Amortisation innerhalb von 2 bis 3 Jahren. Besonders attraktiv für die Nebensaison.
  • Geführte Aktivitäten: Kanu-Touren, Fahrradverleih, Yoga – auf Provisionsbasis mit lokalen Anbietern. Entlastet die eigene Personalplanung und verbessert das Erlebnis erheblich.

Kleine Komfort-Extras werden oft unterschätzt, machen aber den Unterschied bei den Bewertungen. Beispiele sind hochwertige Bettwäsche, Bademäntel zur Saunanutzung oder ein guter Lautsprecher für die Veranda. Ein konkretes Beispiel ist die MORSPAD-Sitzunterlage – eine wetterfeste Outdoor-Sitzauflage, die Gäste für ihren Aufenthalt mitnutzen können. Solche Details schaffen das gefühlte Premium-Erlebnis, das in Bewertungen und Empfehlungen weitergegeben wird.

Was eher nicht funktioniert

Vollverpflegung im Hotel-Stil (zu hoher Aufwand), kostenpflichtige Kleinigkeiten wie WLAN, Parkplatz oder Bettwäsche (machen Bewertungen kaputt) und Tiefkühl-Convenience (passt nicht zum Glamping-Erlebnis).


5. Saisonverlängerung als unterschätzter Hebel

Klassische Stellplätze sind in Deutschland nur 20 bis 22 Wochen pro Jahr wirtschaftlich nutzbar. Hochwertige Glamping-Unterkünfte mit Heizung und guter Dämmung sind ganzjährig vermietbar – das verlängert die Saison auf 30 bis 34 Wochen. Bei fünf Unterkünften pro Platz entstehen so 40 bis 60 zusätzliche Vermietwochen pro Jahr.

Bei einem durchschnittlichen Übernachtungspreis von 150 Euro pro Nacht bedeutet das einen Zusatzumsatz von 42.000 bis 63.000 Euro pro Jahr – ohne dass ein einziges Wohnmobil mehr auf dem Platz steht.


6. Praxisbeispiel: Vom Hersteller zum Betreiber

Die Geschäftsleitung von NAWALO hat 2026 unter der Marke noordwind einen eigenen Campingplatz in Dänemark übernommen. In naher Zukunft werden Tiny Houses dort als Glamping-Erfahrung kombiniert – ein echter Test-Standort, an dem die Hersteller-Erkenntnisse direkt in die Produktentwicklung zurückfließen.

Die Mischung der Unterkunftstypen ist entscheidend für stabile Auslastung. Die Außenanlage macht einen erheblichen Unterschied – eine gute Veranda erhöht Verweildauer und Zusatzausgaben. Und ohne nahtlose Online-Buchung lassen sich besonders jüngere und internationale Zielgruppen kaum effizient erreichen.


7. Fazit und Handlungsempfehlung

Glamping ist 2026 längst kein Trend-Experiment mehr, sondern ein etablierter Wachstumsbereich – mit klaren wirtschaftlichen Argumenten.

Wer drei bis fünf Glamping-Unterkünfte mit den passenden Zusatzangeboten kombiniert, erschließt vier neue Zielgruppen, verlängert die Saison um 8 bis 12 Wochen und verdoppelt häufig den Umsatz pro Quadratmeter gegenüber klassischen Stellplätzen. Die typische Amortisationszeit pro Unterkunft liegt bei 3 bis 5 Jahren – bei einer Nutzungsdauer von über 15 Jahren ein klar attraktiver Business-Case.

Wer den Einstieg ins Glamping plant oder ein bestehendes Angebot ausbauen will, sollte mit Anbietern arbeiten, die nicht nur Unterkünfte verkaufen, sondern selbst Branchen-Praxis haben. NAWALO bietet eine kostenfreie Erstberatung speziell für Campingplatz-Betreiber – mit Marktdaten, Konfigurationsvorschlägen und einer realistischen ROI-Kalkulation für den konkreten Standort.


Über den Autor

Myron Kirchhoff verantwortet Marketing und Vertrieb bei NAWALO, einem deutschen Unternehmen von Glamping-Unterkünften, Lodges, Schäferwagen und Tiny Houses für die gewerbliche Vermietung. NAWALO produziert seit 2007 aus FSC-zertifiziertem Holz und beliefert Campingplätze, Hotels und Glamping-Anbieter sowie Kitas und Schulen in ganz Europa.